01.12.2020

Nahtmaterial von Vitrex® bei Kleintieren

Das Nahtmaterial von Vitrex® zeichnet sich durch die hohe Qualität aus. Die Nadeln aus japanischem MANI-Edelstahl überzeugen durch das überragende Eindringen ins Gewebe und die hohe Flexibilität. Die Fäden weisen eine hohe Reisskraft und Knotensicherheit aus – und das alles zu einem attraktiven Preis.
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Interview mit Dr. med. vet. ECVS Daniel Koch

Wie viele Male operieren Sie pro Woche und was am häufigsten?

Wir haben zwischen 15 und 20 Operationen an Hunden und Katzen pro Woche. Ganz klar die meisten Eingriffe finden am Knie statt, meistens Kreuzbandrisse und Patellaluxationen. Mit einigem Abstand folgen dann die Unfallfolgen. Es sind Katzen mit Beinbrüchen oder luxierten Gelenken. Etwas speziell ist bei uns die Häufung von kurznasigen Hunden, welche wegen des brachycephalen Syndroms zur Kürzung des Gaumensegels und Erweiterung der Nüstern vorgestellt werden.

Welches Nahtmaterial verwenden Sie am häufigsten?

Wir brauchen sehr oft den Polydioxanon-Faden (Vitrex® = Polydox®). Er ist der Universalfaden schlechthin. Er ist monofil, hat eine Resorptionszeit von 180 - 240 Tagen und weist nach 45 Tagen noch immer 50 % der ursprünglichen Reissfestigkeit auf. Mit diesen Eigenschaften kann er für die Naht sehr vieler Gewebe eingesetzt werden. Als monofiler Faden hat er keine Dochtwirkung, was in infiziertem Gewebe oder bei der Naht von Hohlorganen wichtig ist. Die Knoteneigenschaft ist gut. Wir brauchen ihn für Gelenke, Faszien, Muskeln, Bänder, Sehnen, Linea alba und Darmnähte. Man könnte ihn durchaus auch für die Blase oder die Subkutis einsetzen. Dort verwenden wir aber den monofilen Glykolid/Caprolacton-Faden, weil er eine kürzere Resorptionszeit hat und sich auch sehr gut knoten lässt (Vitrex® = Monolac®). Selbstverständlich gibt es in unserem Nahtmaterialschrank noch diverse andere Fäden für die Hautnaht, für den Bandersatz und für Fälle, bei denen man sehr kurze oder sehr lange Heilzeiten erwartet.

Welche Eigenschaften sind Ihnen bei Nahtmaterial besonders wichtig?

Die entscheidenden Eigenschaften sind die gute Knotbarkeit, der Erhalt der Reisskraft für die gewünschte Dauer der Gewebestütze und eine Nadelqualität, mit der man gut durch das Gewebe stechen kann. Nun kann man in einer Tierarztpraxis in der Regel aus Lagerhaltungsgründen nicht sehr viele Fäden vorrätig halten. Deshalb empfehle ich die Straffung und Reduktion auf 3 bis 5 verschiedene Materialien mit unterschiedlicher Resorptionszeit, schneidender Nadel für die meisten Gewebe, Rundkörper-Nadeln für den Darm, Fadendurchmesser von USP 4-0 (EP 1.5 ) bis USP 1 (EP 4) und Fadenlängen von 90 cm. Davon ausgenommen sind die Fäden für die Ophthalmologie.

Was schätzen Sie an Vitrex®?

Vitrex® bietet praktisch alle gängigen Fadenmaterialien bei gleicher Qualität an wie unsere bisherigen Lieferanten. Ausserdem liegen die Preise deutlich unter denjenigen der Konkurrenz. Für häufig bestellte Fäden hält Streuli ein Zwischenlager vor, aus dem dann rasch nachgeliefert werden kann.

Haben Sie Tipps für Ihre Kollegen?

Die meisten Tierärztinnen und Tierärzte können sehr gut Fäden legen und knoten. Aber ich stelle auch fest, dass die Hautnaht meist zu straff angezogen wird und die Hunde und Katzen sich dann zu kratzen beginnen, wenn die heilende und schwellende Haut die Hautnaht spannt. Ich empfehle deswegen, das straffe und dichte Nähen der Subkutis mit Einzelknopfnähten. Damit sollen sich die Hautränder schon spannungsfrei berühren. Die Hautnaht wird dann so locker gesetzt, dass man eine Gefässklemme zwischen Haut und Faden führen kann.

Und nicht zuletzt: Ab und zu sollte man das Fadenmateriallager straffen und doppelt bestellte Produkte (verschiedener Hersteller) wegwerfen. Das wäre mal eine Aufgabe für die TPA.

Daniel Koch Kleintierchirurgie AG

Interview vom 12.5.2020